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Zielobjektkategorien ​

Zielobjektkategorien sind standardisierte Klassen für die im Grundschutz++ beschriebenen Anforderungen. Durch die Zuordnung Ihrer Assets zu Zielobjektkategorien (Zielobjektmapping) werden die Assets in die Systematik des Grundschutz++ überführt: Jeder Kategorie sind im Katalog Anforderungen zugeordnet, die damit für das Asset gelten.

Hierarchie der Zielobjektkategorien ​

Die 39 Zielobjektkategorien des Katalogs sind unter sieben Wurzelkategorien hierarchisch geordnet. Anforderungen werden einmalig für die passende Kategorie definiert und gelten für alle untergeordneten Kategorien. In Klammern stehen zwei Zahlen:

  • direkt: Anzahl der Anforderungen, die der Kategorie selbst zugeordnet sind (erkennbar am Titel-Suffix, z.B. [Webanwendungen])
  • gesamt: Anzahl der Anforderungen, die die Kategorie im Katalog enthält – die direkt zugeordneten und die aller übergeordneten Kategorien bis zur Wurzel (siehe Vererbung)

Bei Wurzelkategorien sind beide Zahlen gleich.

  • Anwendungen (81 / 81)
    • Dateiserver (3 / 84)
    • DNS-Server (5 / 86)
    • Faxe (3 / 84)
    • Interpersonelle Kommunikation (10 / 91)
      • E-Mail (14 / 105)
    • Office-Anwendungen (2 / 83)
    • TK-Anwendungen (9 / 90)
      • VK-Anwendungen (5 / 95)
    • Verzeichnisdienste (3 / 84)
    • Virtualisierungslösungen (4 / 85)
    • Webbrowser (14 / 95)
    • Webserver (6 / 87)
      • Webanwendungen (4 / 91)
  • Einkäufe (39 / 39)
    • Dienstleistungen (31 / 70)
      • Outsourcing (29 / 99)
        • Cloud-Dienste (9 / 108)
    • IT-Produkte (14 / 53)
  • Informationen (5 / 5)
    • Daten (31 / 36)
  • IT-Systeme (93 / 93)
    • Endgeräte (15 / 108)
    • Hostsysteme (9 / 102)
  • Netze (34 / 34)
    • Externe Netzanschlüsse (16 / 50)
    • Interne Netzsegmente (3 / 37)
      • WLANs (4 / 41)
  • Nutzende (81 / 81)
    • Mitarbeitende (11 / 92)
      • Administrierende (9 / 101)
      • Führungskräfte (2 / 94)
        • Institutionsleitung (1 / 95)
  • Standorte (59 / 59)
    • Gebäude (2 / 61)
    • Räume (6 / 65)
      • Datenträgerarchiv (2 / 67)
      • Räume für technische Infrastruktur (3 / 68)
        • Serverräume (4 / 72)

Die Definition, Synonyme und die Einordnung als organisatorische oder technische Kategorie finden Sie im Formular jeder Zielobjektkategorie unter Definition, Synonyme und Kategorie. Navigieren Sie dazu im Menü zu Maßnahmen > Zielobjektkategorien oder öffnen Sie die Kategorie im Katalog.

Bezeichnungen in der Pilotierungsfassung

Die Pilotierungsfassung nennt in ihrem Anhang 1 einige Kategorien abweichend, z.B. „Mobile Endgeräte“ statt „Endgeräte“ oder „Fax(-anwendungen)“ statt „Faxe“. Maßgeblich für die Arbeit in verinice sind die Bezeichnungen im Katalog.

Assets den Zielobjektkategorien zuordnen ​

Ordnen Sie jedes Asset einer oder mehreren Zielobjektkategorien zu. Grundlage sind die Definitionen der Kategorien. Dabei gelten folgende Grundsätze:

  • Ein Asset kann mehreren Zielobjektkategorien zugeordnet werden, wenn es mehrere Funktionen erfüllt – z.B. ein Server, der als Hostsystem betrieben wird und auf dem ein Webserver und eine Webanwendung laufen, als eigenständige Zielobjekte oder als ein Zielobjekt mit mehreren Kategorien.
  • Die Zuordnung erfolgt funktionsorientiert: Entscheidend ist, wie das Asset im Geschäftsprozess wirkt, nicht nur seine technischen Merkmale.
  • Jedes Asset lässt sich mindestens einer Kategorie zuordnen. Schwer zuordenbare Assets werden in der Risikobetrachtung analysiert; ggf. ergänzen Sie eigene Anforderungen.
  • Bei manueller Zuordnung dokumentieren Sie die Entscheidung nachvollziehbar, z.B. mit einer kurzen Begründung in der Beschreibung des Zielobjekts.

In verinice dokumentieren Sie die Zuordnung, indem Sie die Zielobjektkategorie auf dem Zielobjekt modellieren (siehe Anforderungspaket erstellen).

Vererbung ​

Für ein Asset gelten nicht nur die Anforderungen der direkt zugeordneten Kategorie („Blatt-Kategorie“), sondern auch die aller übergeordneten Kategorien bis zur Wurzel. Die Vererbung ist deterministisch, da die Hierarchie fest vorgegeben ist.

Im Katalog ist die Vererbung bereits aufgelöst: Jede Zielobjektkategorie enthält die Anforderungen aller ihrer übergeordneten Kategorien. Sie modellieren deshalb auf einem Asset nur die direkt zugeordnete Kategorie und erhalten damit alle geltenden Anforderungen.

Beispiel: Ein Asset „Bürgerportal“ ist der Kategorie Webanwendungen zugeordnet. Die Kategorie enthält ihre 4 eigenen Anforderungen sowie die 6 Anforderungen von Webserver und die 81 Anforderungen von Anwendungen. Wenn Sie nur „Webanwendungen“ auf dem Asset modellieren, erhält es damit 4 + 6 + 81 = 91 Anforderungen aus den Zielobjektkategorien.

Direkt zugeordnetEnthaltene übergeordnete KategorienAnforderungen gesamt
WebanwendungenWebserver, Anwendungen91
E-MailInterpersonelle Kommunikation, Anwendungen105
WLANsInterne Netzsegmente, Netze41
Cloud-DiensteOutsourcing, Dienstleistungen, Einkäufe108
ServerräumeRäume für technische Infrastruktur, Räume, Standorte72
InstitutionsleitungFührungskräfte, Mitarbeitende, Nutzende95

Im Objektumfeld einer Zielobjektkategorie sehen Sie unter Teile alle Anforderungen, die die Kategorie enthält – die eigenen und die der übergeordneten Kategorien. Die übergeordneten Kategorien selbst sind dort nicht aufgeführt; welcher Kategorie eine Anforderung ursprünglich zugeordnet ist, erkennen Sie am Titel-Suffix.

Zielobjektkategorie bei Anforderungen

Welchen Kategorien eine Anforderung zugeordnet ist, sehen Sie im Feld Zielobjektkategorie der Anforderung und am Suffix im Titel, z.B. [Webbrowser]. Anforderungen mit zwei Kategorien tragen zwei Suffixe, z.B. [Nutzende] [Endgeräte].