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Arbeiten in der BCM-Domäne BSI 200-4 (DE)

Die BCM-Domäne in verinice bildet die organisatorische und methodische Grundlage für den Aufbau, die Umsetzung und die kontinuierliche Pflege eines Business Continuity Management Systems (BCMS) gemäß dem BSI-Standard 200-4. Das Modul führt alle strategischen und operativen Fäden zusammen – von der Definition des Geltungsbereichs über die Business Impact Analyse (BIA) bis hin zu ausgereiften Notfall-, Wiederanlauf- und Wiederherstellungsplänen sowie dem Notfallhandbuch. Durch die enge Integration mit dem Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) in verinice lassen sich Synergien nutzen und redundante Dokumentationen vermeiden.

Planung und Konzeption des BCMS/der Krisenbewältigung

  • Definieren Sie den Kontext der Organisation:
    • Festlegung des BCMS-Geltungsbereichs, Auswahl der BCMS-Stufe, Verknüpfung der Leitlinie, Benennung des BC-Beauftragten (BCB) sowie Abbildung von Organisationsstrukturen und Zuständigkeiten.
    • Interessengruppen & Notfallkommunikation: Identifikation interner und externer Interessengruppen inklusive Einflussbewertung und detaillierter Kommunikationsplanung (Rollen, Wege, Intervalle).
    • Besondere Aufbauorganisation (BAO): Abbildung von Krisenstäben und operativen Notfallteams samt Stellvertretungen, Erreichbarkeiten und Aufgabenbeschreibungen.
  • Zentrales Notfallhandbuch: Planen Sie die Notfall- und Krisenbewältigung, um auch ohne detaillierte Notfallpläne handlungsfähig zu bleiben, und fassen Sie die Ergebnisse in einem Notfallhandbuch (Bündelung der BAO-Vorgaben sowie Referenzierung operativer Pläne, Richtlinien, Meldeketten und Checklisten) zusammen.

Business-Impact-Analyse, Soll-Ist Vergleich und Risikoanalyse

  • Führen Sie eine Business-Impact-Analyse (BIA) durch, um zeitkritische Geschäftsprozesse zu identifizieren, und bestimmen Sie die Notbetriebsniveaus und Prozess- und Ressourcenabhängigkeiten.

    • Kennzahlenermittlung (MTPD, RTO, RPO): Ermittlung der maximal tolerierbaren Ausfallzeit (MTPD) nach dem Worst-Case- und Minimalprinzip sowie Ableitung und Konsolidierung der Wiederanlaufzeiten (RTO) und des maximal tolerierbaren Datenverlusts (RPO).

    • Engpass- & Single-Point-Analyse: Erfassung kritischer Abhängigkeiten bezüglich Technik/Dienstleistung (SPoF), Wissen (SPoK) und Kommunikation (SPoC).

  • Soll-Ist-Vergleiche: Abgleich von Soll- und Ist-Wiederanlaufzeiten(RTO) sowie RPO-Werten.

  • Nutzen Sie die ISMS-Domäne zur Durchführung der Risikoanalyse, um Risiken für die Geschäftskontinuität frühzeitig zu ermitteln und zu bewerten. Auf Basis dieser ISMS-Risikobewertung werden in der BCM-Domäne die passenden Notfallpläne/BC-Lösungen erarbeitet.

BC-Strategie, Geschäftsfortführung- und Wiederherstellungsplanung

Leistungsüberprüfung und kontinuierliche Verbesserung

  • Compliance- & Leistungsüberprüfungen: Überprüfung des Umsetzungsstands anhand des BSI-Anforderungskatalogs (BSI 200-4) oder eigener Kataloge
  • Lieferketten- & Dienstleisterüberwachung: Einsatz von Grundanforderungskatalogen zur Überprüfung kritischer Dienstleister, Outsourcing-Partner und Notfall-SLAs.
  • Schadensbewältigung & KVP: Dokumentation von Incidents/Schadensereignissen inklusive Checklisten zur Schadensbewältigung, Ursachenanalyse, Lessons Learned und Verfolgung von Korrekturbedarfen und Verbesserungspotenzialen.