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Informationsverbund und Assets ​

Mit der Anforderungsanalyse (Prozessschritt 2) grenzen Sie den Informationsverbund ab, erfassen seine Assets und ordnen diese den Zielobjektkategorien zu. Die Anforderungen dazu finden Sie in der Praktik Strukturmodellierung (STM).

Informationsverbund ​

Der Anwendungsbereich legt den formalen Rahmen des ISMS fest, der Informationsverbund ist seine inhaltlich-technische Abbildung. Ein Anwendungsbereich kann einen oder mehrere Informationsverbünde enthalten. Für jeden Informationsverbund entsteht ein eigenes Anforderungspaket.

Navigieren Sie zum Objekttyp Scope und dem Subtyp Informationsverbünde und erstellen Sie analog zur Institution Ihren ersten Informationsverbund. Geben Sie im Formular alle Daten (z.B. Abkürzung, Name, Beschreibung) ein und speichern Sie abschließend.

Beantworten und dokumentieren Sie in der Beschreibung oder in einem verknüpften Dokument:

  • Organisatorische und personelle Abgrenzung: Welche Institutionsbereiche, Rollen und Personen gehören zum Informationsverbund?
  • Technische Abgrenzung: Welche Anwendungen, Systeme und Netze sind Bestandteil? Wo verlaufen die technischen Grenzen, wie sind Schnittstellen zu externen Systemen gestaltet?
  • Infrastrukturelle Abgrenzung: Welche Standorte, Gebäude und Räume gehören dazu?
  • Outsourcing-Abgrenzung: Was wird selbst betrieben, was ist ausgelagert? Welche Cloud-Dienste werden genutzt?

Dokumentieren Sie zusätzlich die Schnittstellen zu externen Prozessen und Systemen sowie zu anderen Informationsverbünden.

Assets nachnutzen

Bereits erfasste Assets dürfen und sollen in weiteren Geschäftsprozessen und in anderen Informationsverbünden des Anwendungsbereichs wiederverwendet werden. Legen Sie ein Asset daher nur einmal an und verknüpfen Sie es mehrfach.

Assets erfassen ​

Erfassen Sie die Assets, die zur Ausführung der Geschäftsprozesse benötigt werden. Die Reihenfolge orientiert sich an der Priorisierung aus der Schutzbedarfsfeststellung. Im ersten Durchlauf genügt es, die Assets des wichtigsten Geschäftsprozesses zu erfassen. Relevante Assets sind insbesondere:

  • Informationen
  • Systeme und Anwendungen
  • Netz- und Kommunikationskomponenten
  • infrastrukturelle und physische Assets (Standorte, Gebäude, Räume)
  • personelle und organisatorische Assets (Nutzergruppen, Dienstleistungen, Einkäufe)

Alle Assets erfassen Sie als Zielobjekte: Navigieren Sie zum Objekttyp Assets und dem Subtyp Zielobjekte und legen Sie über die Plus-Schaltfläche neue Objekte an. Hinterlegen Sie für jedes Asset:

  • eindeutige Abkürzung und Name
  • Beschreibung mit Zweck und Einsatz im Geschäftsprozess
  • Verantwortliche Person (Asset-Owner)
  • ggf. Anzahl, Plattform und Betriebsstadium (Planung, Test, Roll out, Betrieb, Reserve, Reparatur)
  • die zugeordnete(n) Zielobjektkategorie(n) (siehe Zielobjektkategorien)

Assets mit ähnlichen Eigenschaften und gleichem Einsatzzweck dürfen gruppiert werden, z.B. alle gleichartig konfigurierten Clients als ein Zielobjekt mit entsprechender Anzahl. Auf vorhandene Asset-Register und CMDB-Daten können Sie zurückgreifen.

Beispiel-Zielobjekte aus dem Profil

Das Profil Grundschutz++-Profil enthält zu jeder Zielobjektkategorie ein gleichnamiges Beispiel-Zielobjekt, das bereits mit seiner Kategorie modelliert ist. Sie können diese als Vorlage kopieren und an Ihre Institution anpassen (siehe Anforderungspaket aus Profil und Profile in der Domäne Grundschutz++).

Abhängigkeiten zwischen Assets ​

Verknüpfungen zwischen Objekten bilden die Abhängigkeiten im Informationsverbund ab und sind Grundlage der Schutzbedarfsvererbung. Relevant sind insbesondere:

  • am Geschäftsprozess: Erforderliches Zielobjekt, Erforderlicher Geschäftsprozess, Erforderliches Fachverfahren
  • am Zielobjekt: Erforderliches Zielobjekt

Um eine Verknüpfung zu erstellen, fügen Sie im Formular eines Objektes das erforderliche andere Objekt hinzu. Scrollen Sie dazu im Formular weiter nach unten, wo die erforderlichen Objekte aufgelistet werden, und suchen Sie das benötigte Objekt aus. Ist das Objekt noch nicht vorhanden, können Sie es direkt aus dem Formular heraus über + "gewünschtes Objekt" erstellen anlegen. Im Objektumfeld werden unter Links alle ein- und ausgehenden Verknüpfungen aufgelistet.

Der notwendige Umfang der Dokumentation hängt nach der Pilotierungsfassung vom Schutzbedarf des Geschäftsprozesses ab:

Schutzbedarf des GeschäftsprozessesZu dokumentierende Abhängigkeiten
hochDie wesentlichen Abhängigkeiten zwischen Geschäftsprozess, Informationen und den unterstützenden Assets müssen nachvollziehbar dokumentiert sein.
normalDie Zuordnung der Assets zum Geschäftsprozess ist nicht erforderlich. Mindestens die Abhängigkeiten zwischen Anwendungen und IT-Systemen (physisch und virtuell) sind zu dokumentieren.

Die Abhängigkeiten dürfen auch in vorhandenen Quellen wie CMDB, Netzplan oder Service Map vorliegen. Netzpläne können Sie als Dokumente mit dem Subtyp Netzpläne hinterlegen.

Im nächsten Schritt ordnen Sie die Assets den Zielobjektkategorien zu.